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Was ist ROI und wie berechnet man ihn für geschäftliche Entscheidungen?

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In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt mit nur wenig Spielraum für Fehler ist datengestützte Entscheidungsfindung nicht optional – sie ist die Grundlage verantwortungsvoller Führung. Unter allen Kennzahlen sticht der ROI (Return on Investment) durch seine Einfachheit und seinen praktischen Nutzen hervor, wenn es darum geht zu beurteilen, ob sich eine Investition wirklich lohnt.

In diesem Artikel erfährst du, was ROI ist, wie man ihn berechnet, welche Vorteile und Grenzen er hat und wie du ROI in echten Entscheidungen nutzt – von Marketingkampagnen über den Kauf von Equipment bis hin zum Eintritt in neue Märkte.

Was ist ROI?

Der ROI misst die Rentabilität einer Investition im Verhältnis zu ihren Kosten. Einfach gesagt beantwortet er die Frage: „Wie viel verdiene ich im Vergleich zu dem, was ich investiert habe?“

Ein positiver ROI bedeutet Gewinn; ein negativer ROI bedeutet Verlust. Kurzes Beispiel: Wenn du €10.000 in Werbung investierst und €15.000 an zurechenbaren Verkäufen erzielst, hat die Investition einen Nettorückfluss erzeugt – also einen positiven ROI.

ROI-Formel

ROI = (Nettogewinn / Investition) × 100

  • Nettogewinn = Zurechenbarer Umsatz − Investitionskosten
  • Investition = alles, was investiert wurde (Geld, Tools, Services usw.)

Beispiel

  • Investition: €5.000
  • Zurechenbarer Umsatz: €7.500
  • Nettogewinn: €7.500 − €5.000 = €2.500
  • ROI: (€2.500 / €5.000) × 100 = 50%

Für jeden investierten Euro hast du €0,50 zusätzlich verdient.

Warum ist ROI wichtig?

  • Fundierte Entscheidungen: hilft, Ressourcen gezielt zu priorisieren.
  • Vergleichbarkeit: ermöglicht es, Alternativen zu bewerten und die profitabelste zu wählen.
  • Effizienz: misst, wie gut du Investitionen in Ergebnisse umwandelst.
  • Gemeinsame Sprache: wird von Geschäftsführung, Investoren und Teams verstanden.

ROI-Anwendungen nach Bereich

Marketing und Werbung

Wichtig zur Bewertung von Kampagnen (Google Ads, Social Ads, E-Mail, Affiliate).

Beispiel

  • Investition: €2.000
  • Zurechenbare Verkäufe: €6.000
  • Nettogewinn (zur Vereinfachung mit 100% Marge angenommen): €4.000
  • ROI: (€4.000 / €2.000) × 100 = 200%

Personalwesen

Programme für Weiterbildung und Wohlbefinden können die Produktivität steigern und Fluktuation reduzieren. ROI hilft, die wirtschaftlichen Effekte solcher Verbesserungen abzuschätzen.

Technologie

Management-Software, Automatisierung oder Analytics: Wenn sie Kosten senken oder Umsatz schneller möglich machen, hilft ROI, die Investition zu begründen.

Marktexpansion

Ein Büro eröffnen, in ein anderes Land expandieren oder eine neue Linie starten: Ein prognostizierter ROI steuert Reihenfolge und Tempo der Expansion.

ROI Schritt für Schritt berechnen

  1. Gesamtinvestition identifizieren. Berücksichtige direkte und indirekte Kosten: Lizenzen, Gebühren, Arbeitszeit, Implementierung, Wartung.
  2. Zurechenbaren Umsatz berechnen. Isoliere, was direkt aus der Initiative entsteht (Tagging, Attributionsmodelle, Kohorten).
  3. Nettogewinn ermitteln. Zurechenbarer Umsatz − Investitionskosten.
  4. Formel anwenden. ROI = (Nettogewinn / Investition) × 100.

Grenzen des ROI (und wie man sie ausgleicht)

  • Zeit wird nicht berücksichtigt. 20% Rendite in 1 Monat ist nicht dasselbe wie 20% über 5 Jahre. Ergänze mit IRR oder Payback.
  • Risiko wird nicht gemessen. Zwei Projekte mit identischem ROI können sehr unterschiedliche Volatilität haben. Ergänze Risikoanalyse und Szenarien.
  • Attribution kann schwierig sein. Besonders im Multi-Channel-Marketing. Nutze Attributionsmodelle und klare Zeitfenster.
  • Cashflow und Marge können untergehen. Arbeite mit Deckungsbeitrag und Cashflows, nicht nur mit Bruttoumsatz.

ROI vs. andere Kennzahlen

KennzahlWas sie misstVorteilEinschränkung
ROIRentabilität relativ zur InvestitionEinfach und vergleichbarOhne Zeit- und Risikokomponente
IRRAnnualisierte Rendite (Zeitwert des Geldes)Vergleich über ZeitKomplexere Berechnung
PaybackZeit bis zur AmortisationGut für LiquiditätMisst nicht die Gesamtrentabilität
ROERendite auf EigenkapitalEigentümerfokusNicht für jede Investition passend
ROASWerbeumsatz / WerbeausgabenSchnell für KampagnenZieht nicht alle Nicht-Werbekosten ab

Praxisbeispiele für ROI

Fall 1: Kauf von Equipment

  • Investition: €100.000
  • Jährliche Einsparungen: €30.000
  • Horizont: 5 Jahre → Gesamteinsparung: €150.000
  • Nettogewinn: €150.000 − €100.000 = €50.000
  • ROI: (€50.000 / €100.000) × 100 = 50%

Fall 2: Social-Media-Marketing

  • Investition: €3.000
  • Zusätzliche Verkäufe: €10.000
  • Marge: 40% → Bruttogewinn: €4.000
  • Nettogewinn: €4.000 − €3.000 = €1.000
  • ROI: (€1.000 / €3.000) × 100 = 33,3%

Wie man den ROI verbessert

  • Unnötige Kosten senken, ohne Qualität zu opfern.
  • Prozesse mit Technologie und Standardisierung optimieren.
  • Auf Hebel mit hoher Wirkung fokussieren: Initiativen mit stärkerem Upside priorisieren (Preise, Produktmix, Kanäle mit bester Marge).
  • Klare KPIs verfolgen und wöchentlich/monatlich reviewen.
  • LTV erhöhen und CAC senken: Retention, Upselling, Segmentierung.
  • Erst klein testen, dann skalieren (A/B-Piloten).
  • Nichtfunktionierendes früh stoppen und Ressourcen umschichten.

ROI in strategischen Entscheidungen

ROI sollte nicht die einzige Kennzahl sein – aber eine der wichtigsten, um Projekte zu priorisieren und Ressourcen zu verteilen. Vermeide Investitionen aus Bauchgefühl oder wegen Trends: Schätze den erwarteten ROI, baue Szenarien (Basis, optimistisch, pessimistisch) und setze Mindestschwellen, um weiterzumachen oder zu stoppen.

Kernaussage

ROI ist eine einfache, starke Kennzahl, um zu beantworten: „Lohnt es sich, hier zu investieren?“ Nutze ihn zusammen mit anderen Kennzahlen (IRR, Payback, Risiko) und einem soliden Messsystem. ROI zu messen und zu verbessern ist ein strategischer Vorteil, um profitabel und nachhaltig zu wachsen.

Wenn du den ROI deiner Initiativen berechnen, vergleichen oder verbessern willst, kann ich dir helfen, die Analyse zu strukturieren und sie in Entscheidungen mit hoher Wirkung zu übersetzen.